Montag, 22. Oktober 2012

Unser Start in die Off-days


Endlich ist es wieder so weit. Wir brechen aus dem Kinder Paradies aus, rein in die harte ghanaische Realität...!
Unsere Fahrt beginnt früh morgens, es muss noch alles für den Abflug bereit gemacht werden, geputzt, gepackt und natürlich darf die ghanaische Ananas zum Frühstück nicht fehlen.
Wir fahren so früh los, dass wir nicht in den morgendlichen Verkehr kommen, morgens ab 7,8 Uhr scheint es, dass ganz Ghana nur in die Hauptstadt will, deshalb - wohl geplant - , starten wir um halb 6.
Im Dorf nehmen wir einen Trotro –  so langsam habe ich mich tatsächlich an den Zustand der Autos hier gewohnt und beginne die Fahrt mit einem Raunen an meine Mitvolontärin: „Wow, der hier ist wirklich luxuriös“. (Wir befinden uns zu 25. In einem großen Sprinter) Ich nehme dieses Statement sogleich wieder zurück, als der Mann von dem hintersten Sitz nach ein paar Metern schon wieder hinausgelassen werden will und den kompletten Trotro in Bewegung setzt samt mich und meinem 15 Cedi Rucksack und meiner sperrigen Tasche.)
Angekommen in der Hauptstadt ordern wir ein Taxi, denn bezüglich der Orientierung in der Hauptstadt Accra muss ich komplett passen - es gibt weder Straßennamen, die bekannt sind, noch eine schöne römisch geplante Stadtstruktur. Alles ist schnell, laut und ungeordnet.

Was ich aber weiß ist, dass ich jedem Taxifahrer etwas weniger als die Hälfte seines verlangten Preises anbieten darf. Ich muss mich dann aber auf ein ca. 5 minütiges Preisverhandeln einstellen. Beim Verhandeln, auch wenn ich null weiß, wohin des Weges, pokere ich hoch und fahre zuerst mit Argumenten wie „I know the place, it’s not far“ auf.  99,99% der Taxifahrer antworten jetzt „oh yes, it’s far, there is a lot of traffic at this time“ (Traffic ist IMMER in Accra). Jetzt werde ich ihm sagen, dass er mir doch bitte den Obibini-Preis sagen soll, dass ich schon a looong loooong time in Africa bin und ich bitte keinen Obruni-Preis mehr zahle. (Hochpokern ist immer gut und notwendig!)
Der Taxifahrer fängt nun an, hektisch mit den Händen um sich zu wirbeln.
Nein! Sicherlich nicht!
Es gäbe weder Obruni Preise, noch unfaire Preise. Ghana sei ein gerechtes Land with a lot of freedom! Jeder werde gleich behandelt, wir seien doch schließlich Brüder und Schwestern! Aber, wie solle er denn Benzin zahlen? (Diese letztere Frage kommt aber nur bei den äußerst harten Fällen vor, die durch Tränendrüsenstimulation monetarischen Vorteil erhaschen wollen)
Wenn er nach diesem sich in Rage redenden Sermon auf dem meinigen entgegenkommenden Preis immer noch nicht einwilligt, bleibe ich stur auf der Stelle stehen, entgegne, dass man so aber weder seinen Bruder noch seine Schwester über den Tisch zieht, ob das wirklich sein Ernst seie.
Wenn ich ganz viel Muse habe, laufe ich in angedeutetem selbstbewussten abweisendem Schneckentempo in die Fahrtrichtung und sage „Me daase“ (Danke auf Twi). Jetzt wird er sicherlich zu seinem Auto laufen, mir mit seiner rechten Hand zuwinken. Ich bleibe stehen, frage ob er es zu meinem Preis macht. Er winkt mir noch einmal zu, seinen Stolz nicht zu verletzen. Ich bleibe hart und frage noch einmal, ob er mir entgegenkommt. Er sagt nur „let’s go“. Ich will ihn nicht zwingen, sein ghanaisches Männerego an eine Obruni-Frau zu verlieren. Und so setze ich mich gutgelaunt ins Taxi, weil ich genau weiß, dass er immer noch das Geschäft seines Tages macht, alleinig das Geschäft der Woche ist ihm soeben entgangen...

Der Taxifahrer bringt uns über – das sehe sogar ich mit meinem orientierungslosen Blick – große Umweg durch die Reichensiedlungen zur gefühlt größten Trotro-Station Accras. Diese ist in 2 große Parkplätze eingeteilt, die sich noch weiter erstrecken, als wir überhaupt erfassen können. Für deutsche Genauigkeit; es stehen auf einem Parkplatz ca. 120 Trotros, die dann starten, wenn sie voll sind. Es gibt für uns keine ersichtlich geregelten Abfahrtszeiten.
Wir suchen eine Verkehrsinsel, da auf diesen meist alte Männer sitzen, die das Gewusel betrachten und es scheint, als würden sie jeden Trotro beim Namen, Kennzeichen und Besitzer, wichtiger aber noch beim Fahrtziel kennen. Kurios ist wirklich, dass die meisten Menschen genau wissen, welcher Trotro wohin fährt und wann er abfährt. Wie immer: Alle wissen es, nur kommuniziert es niemand (woher wissen sie es dann?! Und mehr noch: Wie können WIR das System durchschauen???)
Weiter im Text. Der alte Mann, der einem weisen Dorfältesten gleicht, schleust uns durch Marktverkäufer, Frauen mit zu verkaufenden hiesigen Waren (Mentos, Handyaufladekarten, sauberes Trinkwasser in Plastiktüten, Früchte, Plantainchips (!) und Teigwaren – zum Reinsetzen! ) und schreienden, sich anpreisenden Trotrofahrern, bis wir an dem richtigen Bus stehen, der auch noch in die richtige Richtung, in der nächsten Minute abfährt.
Es ist erstaunlich, wie wir doch eine Struktur in der riesigen Unordnung erahnen können!

Die Fahrt aus dem riesigen Gewusel geht mit einer Predigt einer Ghanaerin los. Ich weiß nicht, wer sie dafür autorisiert hat, sie sitzt neben dem Fahrer, somit erahne ich, dass sie vielleicht etwas mit ihm am Hut hat, vielleicht ist sie aber auch nur ein motivierter Fahrgast.
Sie beginnt mit einem Gebet auf Twi, worauf sie dann eine ca. 20 minütige Predigt aufbaut, die nach demagogischen Grundprinzipien der Rhetorik gehalten wird. Die Fahrgäste neben mir, samt den 15 anderen Fahrgästen in dem VW-Bus großen Trotro werfen in absehbaren Abständen ein zustimmendes „Amen“ oder „Praise the lord“ ein. Mir sind diese Leute und ihr Glauben an Gott und daran, dass wir trotz Schrottauto sicher in Koforidua ankommen sympathisch und mein mulmiges Gefühl verwandelt sich in Zuversicht.
Die Ghanaerin rechts neben mir - eine äußerst aktive Verfolgerin der Predigt – nutzt ihre Multitasking Fähigkeit aus und fängt mit ihrem alltäglichen Geschäft an. Sie scheint eine Schmuck-Marktverkäuferin zu sein. In einer Tüte befinden sich alle ihre goldnachgemachten Ketten, in der anderen Plastiktüte die Plastikaufhänger mit dem Logo der Billigfirma. Nicht vergessen: Wir befinden uns in Afrika, in dem aus Not alles multifunktional gebraucht wird; Diese Marktfrau benutzt den Plastikaufhänger der Ketten nicht nur als Plastikaufhänger, sondern auch als Zahnseide. Sie hat nämlich gerade das schleimige ghanaische Okru mit Banku in sich – wohl gemerkt auch aus einer schwarzen Plastiktüte – verschlungen, was ihr wohl noch zwischen den Zähnen hängt. In dem Hygienebewusstsein der Ghanaer benutzt sie also eine Aufhängung der anderen für je einen Zahnzwischenraum.
Mit grobsauberen Zahnzwischenräumen benutzt sie ihre Beißer auch noch, um die Aufhänger der Ketten zu öffnen und diese dann an die schon angeschlonzten Plastikaufhänger zu befestigen.
Zwischenerkenntnis des Tages: Kaufe niemals Schmuck auf dem Markt - Es könnte mit mikroskopischen Okru-Resten behaftet sein!

Um nicht weiter in Ekel zu verfallen konzentriere ich mich auf die Umgebung. Ich sitze zum Glück auf dem Schwerpunktplatz des Trotros und kann somit das Geschehen auf der vor uns liegenden Straße visuell kontrollieren – meine ich zumindest.
Sobald wir aus dem gestauten Accra hinausfahren kommen wir auch schon durch Savannen geprägte Dörfchen, weiter durch bergige Hügel, in dem man schon die nächste Vegetation erkennen kann. Wir entfernen uns von der Trockensavanne, hinein in den tropischen Regenwald!
Mir kommt diese Fahrt wie die hannibalische Alpenüberquerung vor, nur dass Hannibal sicherlich nicht in so einem Affentempo über die Alpen gerast ist.
Es fühlt sich ungefähr so an wie eine Silver Star-Fahrt im Europa-Park, auch wenn ich diese noch nie und in meine Leben nie fahren werde.
Der Trotro will naturgemäß kein Benzin vergeuden, jeder Schwung muss also ausgenutzt werden! Bei einem Abfall der – Gott sei Dank - geteerten Straße uns ausnahmsweise mal ohne Schlaglöcher(!) von 45°,gefühlten 80° muss er diesen Schwung natürlich ausnutzen, brettert wie ein Idiot hinunter und genau in der Minute geht auch wieder die Straße im 45° Winkel in einem Bogen himmelaufwärts, währenddessen ich nur bete, dass um die Ecke nicht noch einmal so ein Geisterfahrer uns entgegenkommt – er tat es nicht, deshalb kann ich diesen Eintrag noch schreiben.

Wir kommen sicher in Koforidua, eine Stadt mitten im tropischen Regenwald an.

Fortsetzung folgt bestimmt...

Montag, 15. Oktober 2012

Buschmusik?! oder die Musikalität der Ghanaer


In diesem Punkt kann ich dem Vorurteil, dass alle Afrikaner um den Busch tanzen und trommeln, zum großen Teil zustimmen. Nicht, dass sie hier wirklich in Adam-und-Eva-Bekleidung ums Feuer tanzen würden – davon sind sie weit entfernt und ich bin jeden Tag aufs Neue erstaunt, wie zivilisiert und europäisch es trotz Allem hier zugeht – nein, es geht um die Musik!
Afrikaner leben mit Musik. Gibt es irgendetwas, was nur annähernd eine Klangfläche in sich birgt, so wird es sofort zum Trommeln benutzt.
Sobald ich aufwache, sei es um 4 Uhr morgens, und ich höre gerade jemanden am Wassertank Wasser holen; ich kann mir sicher sein, dass derjenige auf den buckets den Rhythmus eines mir jetzt endlich bekannten Liedes verklanglicht. Wenn es kein bucket ist, dann ist es die Tupperbox, eine Wasserflasche, oder Rohstoffe wie Hölzchen oder Steinchen, die sich aneinander reiben oder aufeinander schlagen, um einen harmonischen Laut entstehen zu lassen.
Aber auch wenn keine Materialien zur Verfügung stehen, was ja in Afrika tendenziell häufiger der Fall ist, der Ghanaer ist um die musische Kreativität nie verlegen.
Wenn ich die Kleinste hier bade – man bemerke sie ist 3 Jahre alt, schnalzt sie mit ihrer Zunge, formt ihre Lippen zu kussähnlicher Stellung und lässt rhythmische Laute von sich. Und wenn sie aus tiefster Seele heult, so ist die einzige Medizin, dass ich ihr ein Liedchen vorsinge (wobei ich nicht sagen will, dass das in Deutschland kein wertvolles Heilmittel ist).
Auch wenn sie nur dastehen, versüßen sie sich diese Minuten, indem sie kaum merkbar steppen und ab der Hüfte abwärts mit ihren Füßen schwofen.

Diese Musikalität kommt sicherlich nicht von ungefähr. Auch in so einem relativ zivilisierten Land wie Ghana, in der, um mit den Vorurteilen jetzt ganz pro Forma aufzuräumen, bis jetzt noch niemand (oder nicht mehr) um den Busch tanzt, haben sie sich diese Prägung beibehalten.
Es fängt früh morgens bei der „devotion“ an. Hier werden ca. 6 Lieder gesungen, immer verschiedene und kreativ aneinandergereiht, begleitet vom rhythmisch in die Hände klatschen. Die devotion ist sicherlich ziemlich auf das Kinderheim beschränkt und ich gehe davon aus, dass „normale“ Kinder nicht unbedingt morgens um 6 Uhr eine private devotion abhalten. Nichtsdestominder:  In der Schule geht es gleich weiter. Wenn es keine Parade gibt – von Trommeln begleitet versteht sich – dann gibt es morgens eine Stunde „worship“, man kann sich das ungefähr so vorstellen wie Lobpreis Sonntags in der Gemeinde, nur ohne Predigt. Wenn beides nicht, dann bleibt immer noch die Möglichkeit in den Klassen zu singen, was von ausnahmslos allen Lehrern angewendet wird.
Es kommt mir so vor, dass die einzige Beschäftigung im Kindergarten aus Singen zum Stockschlagen der  Erzieherin und auf Hänseleien des Nachbars „he beat me!“ zu schreien besteht. 
Nach der Schule gibt es in der Dining Hall essen. Hier gibt es in der Welt des Trommelns und für den geschulten Blick ein Paradies an Gelegenheiten, das immens hohe Trommelbedürfnis zu befriedigen. Auf dem Rücken des Nachbars, dem Plastikteller, dem Tisch, dem Bein, der Schöpfkelle...
Die nächste Gelegenheit wieder musikalisch in Aktion zu treten ist nach der Schule in der Abenddevotion, die ungefähr so abläuft wie die Morgendevotion, nur dass mehr gesungen wird und dazu auch mehr geklatscht. Abends sind die musikalischen Gemüter wohl wacher, denn jetzt wird der Rhythmus mehr abgeändert.
Hier erfolgt Kommunikation auf Ghanaisch: Alle wissen, wann der Rhythmus sich ändert, es wird nur nicht verbalisiert und die Weißen sind die letzten, die es mitbekommen...
Die Zeit zwischen Schule und Abenddevotion ohne Musik kommt auf dem Papier lang vor, sie wird jedoch mit persönlicher Würze gefüllt. 
In Ghana ist es normal, dass jeder ein Handy hat. Ein Jeder, der ein Mobiltelefon zur Verfügung hat läuft hiermit herum und  lässt Musik spielen (wie die Prolls in Deutschland) oder auch eine Predigt. Diese ähnelt mit unserem täglichen Erschrecken der Rhetorik der Reden eines Fidel Castros oder eines Mao Zedongs (um nicht das deutsche Pendant zu benennen).
Die 3 Lieblingsinterpreten der männlichen(!) Ghanaer (nebst den aktuellen RnB Charts):
1.     Westlife
2.     Backstreetboys
3.     Celine Dion
(für alle Interessenten: die aktuellen Charts in Ghana sind
- Keche: Aluguntugui
- Keche: Pressure
-Azonto Ghost)

Bemerkenswert ist gerade bei diesen nationalen Welthits, dass komplett jeder Ghanaer dieses Lied kennt und auch noch den Videoclip tanzen könnte. Ich könnte in der Hauptstadt beim Marktverkäufer anfangen und im ausgelegensten Dorf Prampram beim Dorfältesten aufhören!

Dazu wird die Musik einfach für jeden offen angeboten und gar nicht gefragt, wer welchen Stil im Moment in welcher Lautstärke begehrt. (Was in genervter Stimmung auch als Schattenseite der musikalischen Dependenz herausstellt, wenn man sich gerade im Internetcafé befindet und jeder Computer ein eigenes Lied in Affenlautstärke spielt)

Ansonsten bin ich begeistert, wie musikalisch die Kinder hier sind! Überall höre ich Summen oder Trommel und selbst die kleinen Rabauken, ca. 10, spielen Trommeln wie begnadete Rockstars. Um nicht die Tanzfähigkeiten auszuschmücken...
Sei das Lied, was wir ihnen beibringen oder mit ihnen singen rhythmisch noch so schwer, ist es eine Leichtigkeit für sie.
Die andere Volontärin, die ein paar Kindern Klavier beibringt, hat ihre größte Mühe mit den Noten und Notenbeschriftungen, jedoch nicht mit den übertriebensten Rhythmen, bei dem jedes deutsche Kind sicherlich ringen würde
Die Kirche gestaltet sich genau so wie der Alltag: 2/3 Musik, 1/3 Sonstiges. Es wird getanzt, gesungen, herumgelaufen, getrommelt, ins Mikrophon geschrien und die ganze Zeit durchgeklatscht.
Es ist die lebendige afrikanische Art, die selbst der verstockteste Europäer versteht und liebt bzw. lieben lernt. 

Montag, 1. Oktober 2012

Meine liebe Blog-Community!


Hier kommt endlich mein versprochener „persönlicher“ Blog-Eintrag, das heißt ALLE, die auf Gefühlsduselei keine Lust haben, sollen JETZT aufhören zu lesen!

I’m just kidding.
So schlimm wird’s nicht, meine Lieben!

Anlässlich meines kleinen Jubiläums – ich bin nämlich schon geschlagene 2(!) Monate hier – finde ich es jedoch angemessen mal von meinem Leben im Kinderheim zu erzählen, was ja auch die meiste Zeit mein Erleben hier prägt.
Wie schon gesagt, es gibt zu viele Geschichten von den Kindern, die ich euch so gerne mitteilen würde, aber die müssen leider warten, da sie die weite Welt des Webs nicht betreten dürfen.

Ich muss zugeben, dass bei allem Humor, den ich mir hier bewahrt habe, ich schon durch eine sehr harte Zeit gegangen bin in diesen ersten 2 Monaten.
Wenn man von einem Volontariat in Afrika hört, denkt wohl jeder Europäer an schwarze verhungernde, süße, nach Liebe lechzende Kinder...
Irgendwoher muss dieses Vorurteil ja kommen, doch nicht aus Ghana, wobei ich speziell ja nur von meinem Kinderheim reden darf.
Also fürs Protokoll: Nicht aus diesem Kinderheim.
Die Kinder haben sich mir jedenfalls nicht sofort um den Hals geworfen. Es hat gedauert.

Fangen wir beim Anfang an. Ich kam an und war – wie auch anders erwartet – grün hinter meinen ghanaischen Ohren. Wäre nicht die andere Volontärin da gewesen, um mich einzuarbeiten, wäre ich sicherlich jetzt noch nicht eingearbeitet, denn Ghanaer instruieren nicht. Sie korrigieren nicht und geben so gut wie keine Anweisungen, denn das empfinden sie als unhöflich. Ein klares Abstecken der auszuführenden Arbeit gibt es hier nicht, es gilt zu beobachten und nachzuahmen.
Ich war geschockt von dem scharfen Umgangston hier, den ich null erwartet hätte...

Morgens in einem Gewirr von 30 Kindern im Haus, die irgendeine undefinierbare Arbeit verrichten, die zwar auf einem Plan ausgehängt wird, doch mir niemand eine Anweisung gibt, außer dass ich bei Nachfragen „supervisen“ soll, fühlte ich mich etwas verloren und hilflos. So kommt es, dass ich morgens meist herumstand und ganz „busy supervising“  war, d.h. Tee getrunken habe während ich dachte, dass die Kinder arbeiten. Erst jetzt so langsam komme ich auf den Trichter, was die Kinder alles NICHT machen und welche Schlupflöcher sie suchen.

Ghanaische Kinder werden streng aufgezogen. Sie verstehen nur die Sprache des Schreiens und der Strafe. Diese Sprache musste ich lernen zu sprechen, um hier respektiert zu werden. Am Anfang hat genau diese einheimische Sprache mir den Strick gedreht und den Kindern die Sprache verschlagen, um es nett auszudrücken.
Es gab nach ca. 2 Wochen hier einen Vorfall an meinem Tisch, ich intervenierte, verteilte Strafen und – tschaka – keiner von meinem Tisch redete mehr mit mir. Ich kann euch nicht sagen, was in meinem Kopf umherging, auf jeden Fall viele Selbstzweifel und Verzweiflung. Was suche ich in Afrika, wenn die Kinder mich hier ignorieren? (Ich rede hier von 5 von 50 Kindern – Rationalität in solchen Situationen zu verlangen ist aber eher utopisches Wunschdenken). Was ich nicht wusste  (weil mich ja auch niemand instruiert hat), dass es komplett normal ist, dass die Kinder hier, wenn ihnen etwas nicht passt, ignorieren. Gerade das Fragilste hier in Ghana, nämlich die Kommunikation, wird bei jeglicher Störung sofort auf Eis gelegt.
Das hat natürlich nicht sooo lange angehalten, ein paar Tage jedoch schon (ca.7) ich habe mich an die Mitarbeiter gewendet, wo mir einer wirklich weitergeholfen hat. Auch die deutsche Leitung hat weitergeholfen.
Das eine führende Mädchen fühlte sich so auf den Schlips getreten, dass wir uns erst JETZT wieder annähern.

Das ist nur eine Situation von vielen, die ich hier erlebt habe, die alles andere als paradiesisch waren, aber ich habe sie gemeistert und mich merke, wie es jetzt bergauf geht.
Es hat eine lange Zeit gebraucht, (die in Erinnerungen und Erzählungen oft gerne vernachlässigt wird) überhaupt mit den Kindern warm zu werden, dass man die Namen von allen 70 hier kennt, dass die Kinder sich an schon wieder(!) eine neue Volontärin gewöhnen und vor Allem die Grenzen austesten, wie streng diese neue Möchtegern-Autorität ist... (-> Siehe: MaJudith die Hausmutter).
Die Knacknuss befindet sich in der Tatsache, dass Kinder hier genau so sind wie überall auch. Es gibt die Zicken, genauso wie die Erfinder, die Gutmütigen, genauso wie die Temperamente, die Hinterfotzigen, genauso wie die Kriminellen, aber auch die netten Unschuldigen.

Ich lerne hier viel über Entwicklungshilfe und darüber, dass nicht alles Gold ist, was auf Fotos glänzt...
Viele Konversationen sind wichtig, dass ich sie wirklich nicht missen wollen würde!
Als ich z.B. einen Jungen, der bei der Verteilung von Kleidern gerade auf sein Mangel an Schuhen hinweisen wollte, indem er  „shoes, shoes!“ rief, fragte, woher er denkt, dass die Schuhe kommen, ob diese vom Himmel regnen, lachte er und meinte von MaX, der Leiterin, einer Weißen.
Beim Weiteren Beharren meinerseits, ob er denkt, dass die Leitern das Geld für Schuhe herzaubert, grinste er und brachte den ghanaischen Standardspruch: „Me, I don’t know“.
Ich glaube ich war der Pionier seines Lebens, als ich ihm versuchte zu erklären, dass die Schuhe, die Kleidung, das Essen und alles, worin er lebt nicht von der Leiterin kommt, sondern von Menschen, die für IHN arbeiten. Dass sogar weiße Menschen arbeiten müssen, aber dass sie hart arbeiten und deswegen auch noch etwas den Kindern in Afrika abgeben (etwas Theatralik ist durch die meinige Intension denke ich gerechtfertigt). Er starrte mich mit großen schwarzen Augen an „Yes, Ma“.

Es gibt aber Aufs und Abs! Ich erlebe im Moment viel mehr Aufs, dass ich mit den größeren Mädchen besser zurecht komme, mit den Kindern spiele und ich mich heimischer fühle, weil ich so langsam weiß, was getan werden muss.  
Es sind die Nachmittage und die Gespräche mit den Kindern, die es hier lebenswert machen. Die Nachhilfestunden mit einem Jungen z.B., der 16 ist und 13 Jahre seines Lebens auf der Straße gelebt hat, dem ich versuche das Lesen und Schreiben auf spielerische seinem Alter angemessene Art näherzubringen.
Die Stunden, in denen wir singen oder UNO spielen, die Kinder einfach zu uns kommen und uns umarmen, weil sie wissen, dass wir die Umarmung erwidern!
Die church sonntags, in denen die Kinder eine Stunde lang trommeln, klatschen und singen – wir zwar nur 1% an Twi-Wörtern verstehen, aber was wir verstehen ist die Freude, die dahinter steckt!

Ihr seht also: Es ist weder schwarz noch weiß – es ist grau (bzw. braun;) )

My everyday life


Falls ihr euch schon die letzten 2 Monate mit schlaflosen Nächten herumplagt, weil ihr zwar Anekdötchen aus meinem Leben in Ghana lesen durftet, jedoch die große Frage: „was macht die Judith eigentlich den ganzen lieben langen Tag?“ immer noch nicht geklärt ist, erlöse ich euch hiermit ganz offiziell von diesen Qualen.
Ich fange besser ganz von Anfang an, nämlich mit meinem Wecker um 4.30. 
(Bei euch 6.30, was es aber sicherlich nicht besser macht!)
Die Kinder werden schon so früh geweckt, weil sich alle baden müssen und es dann an die Hausarbeit geht.
Jedes Kind hat eine „duty“, die es im Haus morgens verrichten muss. Bad putzen, Fenster putzen, Boden putzen... . Afrikaner sind von Grund auf so sauber, dass sie sogar den Sand kehren – kein Scherz! Und bitte fragt nicht nach dem Sinn, das hat nämlich keinen Sinn, denn ihr werdet keine zufriedenstellende Antwort bekommen. Ich sage nur „(->)toothbrushing before breakfast“.
Danach geht es zum Frühstück. Ich habe für jede Mahlzeit einen Tisch zugeteilt bekommen, zudem hat jedes Kind einen eigenen Sitzplatz auf der Bank; alles ist geregelt und muss tagtäglich eingehalten werden. Wenn nicht ist das System überladen – system overloaded, wie wir hier so gerne sagen – und es funktioniert für die nächsten Minuten/Stunden/Tage nichts mehr.
Nach dem Frühstück, an dem ich nur da sitze und mir der Magen knurrt, gehen die andere Volontärin und ich frühstücken. Die Tortur, dass wir nach 2h Wachsein immer noch nicht essen lohnt sich tagtäglich: Wir nehmen unser Frühstück in Ruhe und mit wundervollem Ausblick auf den letzten Streifen des Meereshorizonts ein, nachdem die Kinder in die Schule sind.
Am Nachmittag kann es vorkommen, dass wir außer einem meeting oder etwas office work nichts zu tun haben. In dieser Zeit beschäftigen wir uns selber, überlegen uns, was wir am Nachmittag machen oder lassen uns vom ghanaischen Phlegma leiten.
Mittags um 12 haben wir manchmal „dining-hall-Dienst“. Wie schon gesagt ist die Schule auch auf dem Gelände, die Kinder und die externen Schüler essen somit auch in unserer dining hall. Jetzt stürmen ca. 200 Kinder in die Halle und werden wie Raubtiere gefüttert und gezähmt.
Gezähmt wird nach pädagogischen Grundprinzipien der 50-er Jahre. Wer nicht spurt, das Hemd falsch anhat, redet, oder einfach dem Lehrer nicht gefällt muss sich auf die Bank stellen, rechter Arm nach oben, linker hinter den Kopf, während die anderen ihr Essen in sich hineinschlingen.

Meine Aufgabe hierbei ist es, den Wasserspender zu spielen, übersetzt: den Wasserhahn auf- und zudrehen.
Nun, ich wäre nicht ich, wenn ich die Kinder dabei nicht zur Dankbarkeit und wenn das nicht, wenigstens zur Höflichkeit erziehen würde. Bei jedem noch so großen Ansturm gewahre ich mir den Vorsatz, jedem Kind erst einmal ein „please“ zu entlocken.
Die Kinder kommen angestürmt, als hätten sie seit Wochen keinen Wassertropfen mehr gehabt (man bemerke: die externen Schüler kommen normalerweise aus finanziell gutbetuchten Familien) und würden mich, die eine Arbeitskraft, ein MENSCH ist, kaum bemerken. Sie strecken den Becher hin: „wataaa!“ (water).
So langsam habe ich mir schon einen Namen als annoying Obruni gemacht – jedenfalls kennen sie mich schon und grüßen mich alle ehrfürchtig in der Angst, ich könnte den Harn wieder abstellen.

Nach so viel Stress und einem guten, jedoch weniger ausgewogenem, aber leckeren(!) Mittagessen haben wir uns eine Siesta redlich verdient!

Nach der Siesta kommen die Kinder nach Hause.
„Good afternoon, Ma Judith!“ ist da der meistbenutze Satz in der nächsten halben Stunde. Wir platzieren uns immer genau im Eingang und begrüßen alle Kinder von der Schule, jeden wie er es braucht und will. Manche mit einem netten distanzierten Lächeln, manche mit einer Umarmung.
Danach haben die Kinder kurz Zeit: ziehen sich um, waschen Kleider – die Zeit vergeht irgendwie immer bis es zur Hausaufgabenbetreuung geht, in der ich auch eine Gruppe leite. Hausaufgaben werden gemacht, Gedichte gedichtet, Hangman gespielt...
Die Zeit am Nachmittag vergeht wie im Flug! Schon ist die Hausaufgabenbetreuung vorbei, da ist nur noch eine h übrig, in der gespielt werden kann.
Das ist die Stunde des Tages, weil wir dann Zeit mit den Kindern haben können, die wir selbst gestalten. Manchmal treffen wir uns mit ein paar Kindern und lernen ein neues Lied, ich gebe Nachhilfe, spiele UNO mit den Kindern oder lerne Trommeln – luxuriöser Privatunterricht bei Afrikanern: priceless!
Dann ist schon Abendessen, evening devotion (Abendgebet auf afrikanisch) und „bathing time“.
Abends schreibe ich die Tagebücher der Kinder, in denen ich festhalte, was das Kind erlebt hat, was gut war oder wo es nicht "gespurt" hat.

So sieht ein normaler Alltagstag aus, das Wochenende sieht natürlich anders aus, da gilt es länger zu schlafen (2h!), mehr putzen und mehr Freizeit!

Liest man sich den Tagesablauf durch, muss ich zugeben, dass es sich nach weniger anhört, als es ist und ich garantiere euch: Der Tag vergeht schneller als man überhaupt merkt und – flupp – bin ich wieder Zuhause!

R.E.S.P.E.C.T.


R.E.S.P.E.C.T! ist hier das größtgeschriebenste Wort überhaupt.
Ich als 2.Hausmutter musste mich am Anfang erst einmal daran gewöhnen, eine Respektsperson zu sein, eine Autorität und vor Allem mit „MaJudith“ angeredet zu werden..
Meine Rolle, die mir hier zugeteilt wurde ist nicht die seichte liebe Volontärin zu sein, sondern die strikte Hausmutter, die schaut, ob die Kinder ihre Pflichten verrichten, die Hausaufgaben richtig machen, respektvoll mit Autoritäten, sowie ihren Geschwistern umgehen, sich richtig baden, Strafen verteilt,...
Ich werde hier mit „Ma“ angeredet, die höchste Anrede für eine weibliche Autorität in Ghana.

Es gibt eine klar strukturierte Hierarchie in Ghana, in der die ganze Gesellschaft eingestuft ist. Es geht hierbei keinesfalls um Wissen, Klugheit, Interessantheitsgrad, ... nein, es geht um das Alter (und um die Hautfarbe – Weiße stehen prinzipiell höher, das kommt jedoch von den Schwarzen!)
Einem jüngeren Kind dürfte man mit der schmutzigen linken Hand grüßen, bei einem älteren wäre das fast das Todesurteil.
Egal, was eine ältere Person sagt, sei es noch so hirnlos und unsinnig (was für einen Effizienz orientierter Mensch hier sicherlich immer ist) - es muss von Menschen, welche in der niederen Hierarchie eingestuft werden, ausgeführt werden.
Noch mal zum Mitschreiben also, dass ich allein durch meine Position, in die ich gestellt wurde (und sicherlich weil ich weiß bin), in der Hierarchie über den Kindern stehe.

Noch grotesker ist das Detail, dass viele Kinder hier sogar gleich alt wie ich oder ein paar Jahre jünger sind. Fakt ist, dass die Kinder nie wissen dürften, dass ich zum Teil sogar gleich alt bin und sie mich trotzdem mit „Ma“ anreden – aber das nur so am Rande.

Ich komme gleich zu dem „Plastikstuhl-issue“, ein gutes Beispiel, um das Respektgefühl der Ghanaer zu illustrieren.
Es gibt Bänke für die Kinder, aber Plastikstühle für die Hausmütter und Leiter. Sobald eine Hausmutter oder ein Volontär, d.h. ein Mensch auf einer nächst höheren Hierarchiestufe den Raum betritt müssen die Kinder aufstehen und ihnen den Platz freimachen bzw. einen Stuhl holen.
Am Anfang war das für mich eine große Umstellung. Wo ist der Martin Luther King in mir? „Ich komme doch nicht nach Afrika, um mich über die Kinder zu stellen“, waren da meine Gedanken.
Wer hier so durch das Kinderheim läuft, der fällt sofort auf die Nase.  
Es ist hier ein Zeichen von Respekt, den Stuhl zu bringen. Die Kinder müssen in ihrer Respekt und Hierarchie geprägten Welt lernen, die Hierarchien einzuhalten.

Nach 2 Monaten ist es für mich eher eine Beleidigung, wenn die Kinder mir keinen Stuhl bringen und nicht aufstehen, wenn ich das Zimmer betrete. Sie bringen mir somit den mir zustehenden Respekt nicht entgegen. Somit erwarte ich förmlich, dass die Kinder mir den Sitzplatz freimachen, da ich, wenn sie es nicht machen, weiß, dass sie mich und meine Stellung nicht genug respektieren.
Es ist doch nur ein Stuhl?! Nein, es ist 90% Nonverbalität.
Für europäische Ohren hört sich das ziemlich komisch, ignorant und selbstgefällig an. Ehrlich gesagt habe ich genauso gedacht! Was ich hier jedoch gelernt habe bzw. lerne ist, dass es darum geht, die Kultur zu verstehen und sich auf dieser anderen „Kultursprache“ zu verständigen.

Was ich mit diesem stuhlischen Detail veranschaulichen möchte ist das folgende Groteske. In Deutschland wäre es mir total egal, bzw. ich würde niemals auf den Plastikstuhl insistieren (auch wenn das Sitzen darauf ungemein bequem ist...). Ich würde sogar anderen den Platz freimachen, wenn ich könnte, aber nicht weil diese Person über mir steht und ich muss, sondern weil ich WILL.

„Warum muss man denn die Kultur so mitmachen, sollte ich nicht im Kleinen anfangen, das zu verändern -  besser als dass es niemand tut?“

Mal ehrlich: Wer bin ICH, dass ich eine jahrhundertelange Tradition breche? Das Verhalten hat sich von den Stämmen der Afrikaner bis ins 21. Jahrhundert in die „zivilisierte“ ghanaische Welt gerettet. Ich könnte es sicherlich ablehnen, den Kindern den Stuhl anbieten, bzw. nicht darauf bestehen, dass sie mir den Stuhl geben, aber hier muss ich schon gleich wieder fragen; wäre es wirklich gut? Aus meiner europäischen Sicht vielleicht, dem Kind würde es sicherlich gefallen, sitzenzubleiben – wem auch nicht. Ich würde mit ihm rumblödeln, nett reden,...  Die Konsequenzen wären jedoch fataler als gedacht. Würde dies öfters passieren, dann würde das Kind abspeichern, dass die Obrunis, die Weißen, Jammerlappen sind, sich nicht durchsetzen können, keine Autoritäten sind. Beim Vorstellungsgespräch in Accra in 10 Jahren mit einem Obruni als Personalmanager wird das Kind sich vielleicht erinnern, was es über Obrunis gelernt hat. Den Job wird es dann sicherlich nicht mehr bekommen...
Sobald die Kinder das Gefühl haben, sie haben es mit einem Waschlappen zu tun, schlagen sie wild um sich und machen genau das, was sie wollen, was generell immer konträr zu dem steht, in welche Struktur sie hineinpassen MÜSSEN, denn wenn ich nicht dafür sorge, dass die Kinder spuren, tun es die Hausmütter und wenn ich es nicht tue, habe ich hier kein gutes Leben...

Ich bin nicht hier dazu da, um die Kultur zu verändern, sondern um den Kindern zu helfen. Das Schlimmste ist, dass die „Hilfe“ nicht in unserem Sinne Hilfe ist. Ich dachte ich komme nach Ghana und habe eine schöne Zeit mit den Kindern und im Gegenzug bin ich eine strenge Hausmutter?!

Doch helfe ich ihnen sicherlich nicht damit, wenn ich ihnen zeige, dass es Schlupflöcher gibt, Autoritäten nicht zu respektieren. Und in einer ghanaischen Welt da draußen, in die sie früher oder später kommen, müssen sie hineinpassen und die Spielregeln im Schlaf können, um zu bestehen.
Ich kann ihnen nur im Kleinen zeigen, dass es andere Wege gibt. Ihnen die harte Front geben, die sie gewohnt sind, aber z.B. trotzdem an ihre Vernunft appellieren und nicht an ihren Gehorsam alleine. Zeigen, dass ich sie in den Arm nehmen kann und gleichzeitig streng bin...

Was ich in Afrika lernen muss ist, dass MEINE Sichtweise die Kinder und mich nicht weiterbringt. Es geht zum Einen darum sich kulturell auszutauschen auch durch ein Volontariat immer ein Stück Europa dazulassen, es gilt jedoch NICHT die komplette Kultur umzuwälzen, indem ich denke, dass ich das Patentrezept habe (wobei das Nichturteilen mir ehrlicherweise trotzdem schwer fällt).
Es sind ghanaische Kinder, die ghanaisch erzogen werden müssen, denn wenn sie hier deutsch erzogen werden würden könnten wir sie gleich nach Deutschland adoptieren.

Ich hoffe, ihr könnt mich etwas nachvollziehen, die Gedankengänge, die ich hier durchgehe und hoffe, dass ihr mich jetzt nicht als selbstverherrlichenden Stuhlfetischist anseht... Ich bin selbst überfragt.